Die Gemeinde Kranenburg hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Aus einer kleinen und eher geruhsamen Ortschaft an der Grenze zu den Niederlanden, tief in der niederrheinischen Landschaft und Kultur verwurzelt, ist eine erheblich gewachsene Gemeinde geworden – eine „Gemeinde in Bewegung“, deren Bevölkerung mittlerweile aus mehreren Herkünften zusammengesetzt ist.
„Expansion“ lautet das Stichwort, das diese Entwicklung auf den Punkt bringt. Es zeigt auf die enorme Ausbreitung bebauter und bewohnter Flächen, auf die erheblichen Dynamiken der Mobilität, auf das Zusammentreffen unterschiedlicher Lebensgewohnheiten, auf die Veränderungen der sozialen Zugehörigkeiten, aber auch auf Spannungen und empfundene Überforderungen, die die genannte Expansion mit sich bringt.
Unterschiedene Nationen europäischer und außereuropäischer Heimatregionen leben hier zusammen. Das Aussehen Kranenburg ist dadurch „bunter“ geworden, der Zusammenhalt komplexer und herausfordernder. Vieles versteht sich nicht länger von selbst. Das Potential und der Mehrwert dieser Entwicklung dürfen nicht unterschätzt werden. Es hat eine regelrechte Horizonterweiterung stattgefunden. Unsere Gemeinde ist ein in internationaler Hinsicht attraktiver Wohnort geworden und befindet sich in exponierter Lage zu einem dynamischen Nachbarland.
Ebenso wenig sollte man vergessen darauf hinzuweisen, dass der Zusammenhalt und die eingeübten Formen der Kommunikation auch unter Druck geraten sind. Mehrsprachigkeit und kulturelle Diversität gehören mittlerweile auch in Kranenburg zum Alltag. Es sind vermehrt Anstrengungen nötig, die Zugehörigkeit der Bürger und der Bürgerinnen zu ihrer Gemeinde zu stärken. Neben der Politik gehören bürgerschaftliche Engagements zum Kern dieses Vorhabens.
Der Verein „Bürger für Bürger“ ist aus dem Initiativkreis „Von Bürgern für Bürger“ entstanden, einem Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern, die sich in den letzten Jahren aktiv für die Entwicklung und Gestaltung der Gemeinde eingesetzt haben. Wir verstehen uns als aktiver Part der Bürgerbeteiligung und als Bindeglied zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Wir wollen den Zusammenhalt in der Gemeinde fördern, indem wir – zusammen mit den Bewohnern – für die Steigerung der Aufenthaltsqualität im historischen Ortskern und in der Gemeinde insgesamt sorgen.
Im Verein erarbeiten wir Projekte, die wir begleiten oder unsererseits durchführen. Wir organisieren – parteipolitisch ungebunden – Zusammenkünfte, in denen wichtige und für alle Bürger und Bürgerinnen relevante Themen öffentlich diskutiert werden. Wir leisten niederschwellige Hilfe und bieten Beratung an, wenn Bewohner Kranenburgs darum bitten, in gemeindebezogenen Angelegenheiten unterstützt zu werden. Unser Wirken soll den Bürgern Kranenburgs zugutekommen.
Unser Verein wurde Anfang 2026 gegründet, er ist im Vereinsregister Kleve eingetragen und als gemeinnützig anerkannt.
Angefangen hat alles mit dem „Initiativkreis von Bürgern für Bürger Kranenburg“
Der Initiativkreis tagte seit 2015 zunächst in einem Raum der Firma Breuckmann und später im Geschäftslokal von Christel Bossmann.
Unter der Federführung von Heinz Nielen entstand eine Diskussionsplattform für interessierte Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Kranenburg. Ein Schwerpunktthema war die Weiterentwicklung des historischen Ortskerns.
Im Laufe der Jahre hat der Initiativkries immer wieder auf Missstände in Bezug auf Verkehrsführung und Leerstände in der Großen Straße hingewiesen.
Der Kreis richtete vielfältige Verbesserungsvorschläge an die Gemeindeverwaltung, den Rat und die Fraktionen, die zum Teil auch umgesetzt wurden.
Die Gemeinde zeichnete den Initiativkreis für seine Aktivitäten im Jahr 2022 mit ihrem mit 5.000 Euro dotierten Heimatpreis aus.
Hier eine Zusammenstellung der wesentlichen Aktivitäten des Initiativkreises
(ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
- Aufstellung von Blumenkübeln auf der Großen Straße zur Ortskernverschönerung auf Antrag der Initiative.
- Aufhängung von Regenschirmen über der Großen Straße in den Sommermonaten.
- (Die Schirme wurden von zuvor gesammelten Spenden gekauft und vom Bauhof aufgehängt).
- Ideenwettbewerb für neue Ideen für die große Straße mit einer Auslobung von gesponserten Preisen
- Aufhängung von Kranichen über der Großen Straße seit mehreren Jahren.
- Für die Fertigung der Kranichplastiken wurden zuvor wiederum Spenden gesammelt. Kinder und Jugendliche des Jugendheims Train-Stop haben die Vögel eingefärbt. Der Bauhof hängt sie auf.
- Mehrere Kraniche sind an interessierte Bürger verkauft worden.
- Immer wieder gab es Überlegungen, Kraniche in Kleinformat an Haustüren auf der Großen Straße anzubringen.
- Anregung zur Aufstellung von Spielgeräten im Klostergarten.
- Aufstellung eines Storchennestes im Klostergarten in Zusammenarbeit mit dem Bauhof.
- Bürgerfrühstück am Sonntagmorgen an langen Tischreihen auf der verkehrsberuhigten Großen Straße.
- Bürgerfrühstück vor dem Geschäftslokal
- Bürgerfrühstück auf dem Marktplatz im Rahmen des Stüppkesmarktes.
- Kunstaustellung mit der Künstlerin Jenny Ernst-Petit in den Geschäftsräumen bei Breuckmann.
- Kunstausstellung mit zwei niederländischen Künstlerinnen.
- Schaufensterkunst von Künstlern aus der Region in den Geschäftslokalen auf der Großen Straße.
- Ausstellung mit Videos von Heiligenhäuschen aus der Region.
- Aufstellung eines in den Abendstunden angestrahlten Heiligenhäuschens über mehrere Wochen.
- Kunstausstellung mit Meiko Henkennjohannn im Cafehaus Niederrhein.
- Kunstausstellung mit Dirk Willemsen im Cafehaus-Niederrhein.
- Schaufensterkunst zum Advent mit Kranenburger Kindern.
- Projekt mit Grundschulkindern zu „Wie stellt ihr euch den Marktplatz vor“.
- Kunstprojekt mit Kindern zu „Was fällt euch ein, wenn ihr an Kranenburg denkt“.
- Lesung mit Heiner Frost aus seinem Buch „Am Ende der Zweifel“ im Cafe-Niederrhein.
- Lesung mit der Historikerin Helga Ulrich-Scheyda aus ihrem Buch „Kranenburg in der Zeit des Nationalsozialismus“.
- Bildschirmpräsentation mit Fotos der Großen Straße im Geschäftslokal in den Abendstunden.
- Müllsammelaktion mit Grundschul-und Realschulkindern.
- Autozählaktion für die Große Straße über einen längeren Zeitraum mit Übergabe der Strichlisten an die Gemeinde.
- Antrag an die Gemeinde zur Verkehrsberuhigung der Großen Straße.
- Projekt über die Zukunft der Großen Straße mit Studenten der Hochschule Rhein-Waal.
- Bemühungen zur Vermeidung von Leerstand auf der Großen Straße, hier Vorarbeiten zur Ansiedlung einer Schuhmacherwerkstatt, was leider nur für wenige Monate Erfolg hatte.
Erstellt von Heinz Nielen, Jenny Ernst-Petit, Gisela Blome
